Wirbellose

Die Gruppe der Weichtiere, auch Molusken genannte umfaßt ca 55.000 bis 150.000 Arten, je nach Zuschreibung, die wissenschaftlich umstritten ist. Die größte Gruppe der Weichtiere stellen die Schnecken dar. Außerhalb der eisigen Regionen der Polargiete und dem Hochgebirge kommen Weichtiere in allen Lebensräumen der Erde vor. Fast 80% der Weichtiere sind Schnecken. Man geht davon aus, dass die ersten Weichtiere vor ca. 650 Mio. Jahren entstanden sind.
Im tropischen Tiefland-Regenwald Kameruns begegnet man in erster Linie der Harlekinkrabbe (Cardisoma armatum). An der Küste (Mangroven) und im Fluss Wouri ist diese Krabbe so zahlreich, dass die portugiesischen Endecker im 15. Jahrhundert die Gegend Rio de Camarões (Krabbenfluss) nannten. Aus diesem Namen entwickelte sich im Lauf der Geschichte der heutige Landesname Kamerun. Bis in die heutige Zeit wahrsagen Medizinmänner mit Hilfe des Krabbenorakels. Die Menschen messen der Krabbe demnach auch eine mysthische Bedeutung zu.
Die Harlekinkrabbe (Cardisoma armatum) ist eine Landkrabbe, die eine Größe von bis zu 20 cm erreicht. Diese Krabbe benötigt in einem Terrarium 50% Landfläche zum bauen ihrer Wohnhöhlen und Süß-, bzw. Brackwasser um ihre Kiemen feucht halten zu können. Sie hat ein ausgeprägtes Revierverhalten, kann selbst mit Artgenossen nicht vergesellschaftet werden und ist daher für ein Schwarzwasser-Aquarium gänzlich ungeeignet.
Süßwassergarnelen der Gruppe Caridina und Fächergarnelen wie atya gabonensis, sowie die Süßwasserschnecken (Pachymelania bryonensis, Potadoma trichoformis) sind für ein Schwarzwasser-Gesellschafts-Aquarium geeignet.
Garnelen, die zur Tiergruppe der Krebstiere gehören haben mit ca. 40.0000 Arten eine enorme Formenvielfalt ausgebildet, die auf eine individuelle Anpassung an einen bestimmten Lebensraum hinweist. Die ersten Krebstiere lassen sich als Fossilien zum Zeitpunkt der kambrischen Explosion vor ca. 500 Mio. Jahren nachweisen.
In Fließgewässern nehmen vor allem die Kleinkrebse, die umgangssprachlich oft Wasserflöhe genannt werden, eine bedeutende Position im Ökosystem ein. Da sie sich von Phytoplankton (Kieselalgen (Bacillariophyta), Grünalgen, Goldalgen, Dinoflagellaten und Cyanobakterien (Blaualgen)) ernährend, regulieren sie auf diese Weise das Wachstum bei Pflanzen und Tieren. Ihre Existenz ist die Nahrungsgrundlage für alle Großorganismen wie die der Fische.
Zu ihnen gehören Daphnien (Daphnia), Hüpferlinge (Cyclops), Bachflohkrebse (Gammarus pulex), und Ruderfußkrebse (Copepoda, Copepoden). Die Artenvielfalt ist hoch, denn allein bei den Ruderfußkrebsen sind 14.000 Arten bekannt, die in 2.300 Gattungen zu 210 Familien systematesiert werden.
Kleinkrebse filtern Schwebstoffe, Bakterien, Einzeller und Giftstoffe aus dem Wasser und sind deshalb für eine gute biologische Qualität eines Gewässers maßgeblich. Die Riesenfächergarnelen Kameruns (atya gabonensis und atya crassa) stellen die in dieser Hinsicht am weitesten entwickelten Art dar. Trotz ihrer Größe von bis zu 14cm Länge sind diese Tiere keine Bedrohung für die anderen Tiere in einem Schwarzwasser-Gemeinschafts-Aquarium.
Süßwassergarnelen (Atyidae) sind hauptsächlich in den tropischen Fließgewässern beheimatet und gliedern sich in 140 Gattungen auf. Der Sammelbegriff Süßwassergarnele täuscht ein wenig, denn einige Arten wandern zeitweilig aus dem Brackwasser bzw. Meer ein.
Die Riesenfächergarnele Atya gabonensis, welche im Handel oft auch als Blaue Monsterfächergarnele bezeichnet wird, ist eine der erfolgreichsten Tierarten, die unser Planet hervorgebracht hat. Sie bevölkert seit mehr als 200 Mio. Jahren unverändert steinige Fließgewässer des tropischen Regenwaldes Afrikas und Amerikas stromaufwärts. Als der Urkontinent vor 200 Mio. Jahren auseinander zu driften begann war die Entwicklung der Art, wie sie heute noch unverändert auf beiden Kontinenten existiert, bereits abgeschlossen. Deshalb kann man die Riesenfächergarnele auch als eine Art lebendes Fossil und urzeitliches Juwel betrachten.
Oft werden Atya africana und Atya scabra mit atya gabonensis verwechselt und unter falschem Namen angeboten. Atya scabra ist eine kräftige Fächergarnele, die aber nicht über die für Atya gabonensis typischen Wülste auf dem Carapax verfügt. Atya scabra unterschiedet sich durch die feinen Knötchen mit denen ihr Panzer vollständig besetzt ist. Atya africana weist meist einen Farbverlauf von Grau zu Beige auf und ist von bulligerer Statur. Das urzeitliche Erscheinungsbild der Atya gabonensis wird nur noch von atya crassa übertroffen. Die Möglichkeit diese anderen Riesenfächergarnelen über den Handel erstehen zu können ist aber ausgesprochen gering, da sie nur selten gezielt importiert werden und eher als Beifänge zufällig, meist unter falschem Namen, angeboten werden.
Die Gattung Caridina ist die artenreichste aus der Familie der Süßwassergarnelen. 260 Arten dieser kleinwüchsiger Garnelen sind bekannt. Einige Arten werden zwar bereits kommerziel gezüchtet, ihr systematischer Status aber bleibt weithin fraglich, denn die im Handel verwendeten Bezeichnungen lassen nicht in jedem Fall Rückschlüsse auf die Herkunft und der tatsächlichen Zugehörigkeit der Art zu, da selbst einige ältere wissenschaftlichen Artenbeschreibungen unvollständig oder unpräzise sind, weshalb ein Revision der Systematik dieser Gattung bevor steht.
So sind nicht alle Garnelen, die z.B.: unter dem Namen Hummelgarnelen (Caridina cf. breviata) im Handel angeboten werden, auch tatsächlich welche, denn unsystematische Zucht und Kreuzung mit anderen Caridina-Arten ließen Züchtungen entstehen, die keinem natürlichen Herkunftsort mehr zugeordnet werden können. Ein entscheidender Grund hierfür mag sein, dass die Hummelgarnele sich auch im Schwarzwasser-Aquarium leicht vermehrt.
Die Amano-Garnele (Caridina multidendata) ist eine hervorragende Alternative, da sie als eine der besten algenfressenden Garnelenarten überhaupt gilt und deshalb auch relativ häufig im Handel angeboten wird. Im Gegensatz zur Hummelgarnele kann sich die Amano-Garnele aber nur über Entwicklungsstadien im Brackwasser fortpflanzen. Obwohl diese Art in Kamerun nicht heimisch ist, bietet sie sich auf Grund ihrer agilen, scheulosen, neugierigen und friedlichen Art, zur Haltung im Schwarzwasser-Aquarium außerordentlich an.
Süßwassergarnelen knabbern gerne an Laub, dass sich mit der Zeit im Wasser langsam zersetzt und als Nahrung dient. Die Huminstoffe bewirken eine allgemeine Verbesserung der Vitalität der Garnelen. Außerdem wird das Wachstum durch bessere Nahrungsaufnahme verbessert und das Imunsystem stimuliert. Es beschleunigt die Aufnahme von Calcium- und Kalium-Ionen und hemmt das Eindringen von Krankheitserregern, denn Blättter wie die des Seemandelbaums (Terminalia catapps L) z.B. beugen Verpilzung und Häutungsproblemen vor. Es kann aber auch sehr gut auf heimisches Laub aus unseren Gärten und Wäldern zurück gegriffen werden. Hervorragend geeignet ist das Laub von Ahorn, Apfel, Aprikose, Birne, Brombeere, Buche , Eiche, Erle, Esskastanie, Hainbuche, Haselnuss, Kastanie, Kirsche, Pappel, Pflaume, Ulme, Weide.
Einem Schwarzwasser-Aquarium werden deshalb regelmäßig braun gewordene Blätter zugesetzt. Innerhalb von zwei bis drei Wochen, werden 2-3 Blätter pro 100 Liter Wasser zugegeben. Die getrockneten Blätter, welche nach 1- 2 Tagen untergehen und auf den Boden absinken, werden im Aquarium belassen, da selbst die Blattgerippe gern bis auf den letzten Rest von den Zwerggarnelen verspeist werden. Die Zugabe von grünen Blätter empfiehlt sich dagegen nicht, da diese eine erhöhte Belastung des biologischen Kreislaufs darstellen.
Auf Grund ihrer Toxität dürfen aber niemals Blätter von z.B.: Blasenstrauch, Blauregen, Flieder, Goldregen, Heckenkirsche, Hollunder, Rhizinus und Tollkirsche ins Schwarzwasser-Aquarium gelangen. Diese Blätter, wie auch die aller anderen Wolfsmilch- und Nachtschattengewächse sind deshalb vollkommen Tabu.
Es können anstatt des Laubs aber sehr gut auch Erlenzäpfchen zugegeben werden. 6 Erlenzäpfchen pro 100 Liter Wasser geben über einen Zeitraum von ca. 6 Wochen wichtige Inhaltsstoffe an das Schwarzwasser ab.
Durch die Variation bei der Zugabe unterschiedlicher geeigneter Laubsorten und / oder Erlenzäpfchen ins Schwarzwasser lässt sich das Nahrungsangebot und die Versorgung der Garnelen mit allen lebenswichtigen Nährstoffen optimal bereichern.
Wer Garnelen erfolgreich pflegen will muss außerdem auf die Zugabe von Pflanzendüngern, speziellen Langzeitsubstraten als Bodengrund und Medikamenten zur Behandlung von Fischkrankheiten gänzlich verzichten, denn Kupfer und Zinkverbindungen schaden den Garnelen generell sehr, was unweigerlich zu ihrem frühen Ableben beitragen würde. Auch sollte keine direkte Einleitung von CO² ins Schwarzwasser-Aquarium erfolgen, da dieser einen Calciummangel verursacht, der dann widerum die kritischen Häutungsphasen der Garnelen negativ beeinflußt.
Werden dagegen z.B. Amano-Garnelen optimal mit Nährstoffen in einem Schwarzwasser-Aquarium versorgt können sie ein Alter von bis zu 8 Jahren erreichen und Wildtiere der gleichen Art um mehr als ein vierfaches überleben.
Empfehlenswerte Tiere und Links zur Artbeschreibung:
Süßwasserschnecken:

Planorbarius corneus
Galba truncatula
Garnelen:

Atya gabonensis
Caridina cf. breviata
Caridina multidendata